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Einsatzübung am Gaslager in Köditz

Autofahrer, die am frühen Sonntagmorgen auf der Bundesstraße 173 zwischen Hof und Naila oder umgekehrt unterwegs waren, mögen sich gewundert haben, dass sie auf andere Straßen umgeleitet wurden und einen Umweg über die Dörfer machen mussten - von Hof aus über Hofeck, Unterkotzau, Brunnenthal, Scharten, aus Richtung Naila von der B173 über Scharten, Saalenstein nach Hof. Gesperrt war auch die Verbindung zwischen Wölbattendorf und Köditz. Warum das Ganze? Eine groß angelegte Katastrophenschutzübung im Bereich des Gewerbegebietes an der Talstraße in Köditz stand an. Das Gaslager in Köditz unterliegt der sogenannten Störfallverordnung die regelmäßige Übungen an solchen Objekten vorsieht. Angenommen wurde in diesem Jahr, dass ein LKW während des Befüllvorgangs ins Rollen geriet, die Armaturen abrissen und unkontrolliert Gas austreten konnte.
Die alarmierten Kräfte aus Köditz, Selbitz und Hof veranlassten daraufhin eine Komplettsperrung der B 173. Parallel dazu führten Einsatzkräfte unter Atemschutz Gasmessungen aus Richtung Hof und Köditz durch. Der örtlich zuständige Kreisbrandmeister Marc Fischer war mit als einer der ersten an der Einsatzstelle und übernahm die Führung der Feuerwehrkräfte am Schadensort. Insgesamt 7 Verletzte mussten die Feuerwehrfrauen und -männer retten und an das BRK übergeben. Das BRK übernahm die Versorgung der Verletzten und transportierte diese zur weiteren Versorgung ab Aus unbekannter Ursache entzündete sich das ausströmende Gas und die Feuerwehren mussten mit der Kühlung der Gastanks beginnen. Zur Unterstützung der Kräfte aus Köditz kamen Einsatzkräfte aus Selbitz und Hof hinzu.Nach erfolgreicher Bekämpfung der Flammen wurde erneut ein Gasaustritt festgestellt. Somit bestand eine angenommene Gefahr für die Bürger von Köditz. Die Kräfte der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, unter der Federführung von Einsatzleiter Heiko Rödel, organisierten daraufhin die Evakuierung von Teilen Köditz. Freie Bus-Kapazitäten sowie Unterkunftsmöglichkeiten wurden dabei abgefragt und theoretisch veranlasst.
Vom Ergebnis zeigten sich die Führungskräfte der Feuerwehren sowie des Landratsamtes und Bürgermeister Beyer aus Köditz beeindruckt. Die Evakuierung hätte plangemäß stattfinden können. Ein solches Szenario mit einem Austritt einer großen Mengen an Gas ist praktisch unmöglich. Mehrere redundante Sicherheitsvorkehrungen unterbrechen schon bei kleinsten Unregelmäßigkeiten die komplette Gaszufuhr direkt an den Lagerbehältern. Nur durch eine Verkettung mehrerer ungünstiger Ereignisse wäre solch ein Szenario überhaupt denkbar. Das nichts unmöglich ist zeigen immer wieder Meldungen in den Medien. Und genau aus diesem Grund sind solche "worst-case"-Betrachtungen bei Einsatzübungen enorm wichtig.Bei der Nachbesprechung im Feuerwehrgerätehaus In Köditz hatte der Fach-KBM für Gefahrgut Heiko Rödel keine Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte. Kleinere organisatorische Verbesserungen seien erforderlich, das Grundkonzept allerdings steht und funktioniert. Auch Kreisbrandrat Helmut Wilfert war wieder einmal begeistert von der Leistungsfähigkeit seiner Feuerwehren und des BRK. Selbstlos haben die Einsatzkräfte Ihren Sonntag Vormittag geopfert um den Dienst am Nächsten zu leisten. Dafür dankte Wilfert allen Teilnehmern ganz herzlich. Vertreter der WestfalenGas AG bedankten sich mit einer Brotzeit und Getränken bei den Einsatzkräften.
(Bericht vom Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit des KFV Hof und der Frankenpost. Bilder vom Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit des KFV Hof)
   
© Freiwillige Feuerwehr Köditz